Drückjagd – Lösung oder Problem?

Drückjagden sind in Bayern seit 1987 auf alles Schalenwild erlaubt. Darunter leiden insbesondere die wiederkäuenden Schalenwildarten wie das Reh-, Gams- und Rotwild. Die anfänglichen zahlenmäßigen Jagderfolge kehrten sich schon bald in ihr Gegenteil. Nicht nur die Zahl der bei Drückjagden erlegten Tiere sank sehr deutlich, sondern auch die Sozialstruktur der bejagten Wildarten änderte sich dramatisch. Grund dafür ist die in der Systematik der Jagdart liegende unselektive Jagd. Damit wurde das angestrebte Ziel, eine Reduktion der Wildbestände zu erreichen, ad absurdum geführt.

Ganz im Gegenteil, das Wild wird in eine Pionierphase „geschossen“ und versucht, Verluste durch vermehrte Reproduktion auszugleichen. Nachweislich steigen bei erhöhtem Jagddruck überproportional Wildschäden in Wald und Flur an. Das führt wiederum zur Forderung noch höheren Abschusszahlen, die den Teufelskreis weiter verschärfen.

Die staatliche Seit in Bayern rechtfertigt das kontraproduktive Vorgehen mit einem unbrauchbaren und tendenziösen Verbissgutachten und dem im Waldgesetz seit 2005 verankerten Grundsatz „Wald Vor Wild“.

Frau Dr. Christine Miller zeigt in ihrem fundierten Vortrag die Fragwürdigkeit der Drückjagdpraxis sehr deutlich auf. Wenn überhaupt, dann lassen sich Drückjagden nur bei Schwarzwild noch einigermaßen rechtfertigen und auch nur dann, wenn sie absolut professionell und unter Einhaltung tierschutzrelevanter Aspekte durchgeführt werden.

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