Thema Wolf – Eine Jägermeinung

Wölfe in der Dresdner Heide – Eine Jägermeinung


Seit einigen Jahren bin ich Jäger und engagiere mich ehrenamtlich im Vorstand des Jagdverbandes Weisseritzkreis in Sachsen. Ich liebe die Zeit in der Natur sowie die Hege und Pflege des Wildes inklusive der Jagd als Form der Wildbewirtschaftung. Die letzten Berichte in der Sächsischen Zeitung (Ausgabe Dresden) über ein Wolfsrudel in der Dresdner Heide sind für mich Veranlassung meine Meinung aus Jägersicht darzulegen.

Die Wiederansiedlung des Wolfes in Deutschland ist eine Erfolg und gut für die Artenvielfalt sowie die Natur in unserem Land. Dafür gilt allen aktiven Helfern mein Dank. Wahrscheinlich ist die Wolfspopulation in Deutschland und Europa auch inzwischen stabil. Allerdings darf der Schutz einer Wildart nicht zu Lasten einer Anderen gehen. Im Sinne des Artenschutzes und der Vielfalt der Natur sollten alle Wildarten in unserem Land geschützt und gehegt werden, die durch Natur- und Kulturlandschaft hier existieren.
Der ganzjährige Schutz des Wolfes hat in verschiedenen Gegenden Deutschlands nachweislich zur quasi Auslöschung der Population von Muffelwild geführt. Wir müssen aber alle heimischen Wildarten schützen, hegen und wenn notwendig regulieren. Dies ist unvermeidbar bei immer weniger Lebensraum für die Artenvielfalt. Das Muffelwild wurde ca. 1903 von Korsika nach Deutschland als jagdbare Wildart eingeführt und sollte in den dafür geeigneten Gebieten auch erhalten bleiben. Insbesondere unter dem Gesichtspunkt, wenn es um diese Wildart in seiner ursprünglichen Heimat Korsika nicht sehr gut bestellt ist, kommt uns für die Arterhaltung eine besondere Verantwortung zu. Diese Verantwortung geht über unsere Landesgrenzen hinaus.

In einem industriellen Gebiet wie Deutschland ist zur Hege, Pflege und Regulierung von Wild der Mensch gefordert. Dies ist eine ureigenste Aufgabe der Jägerschaft in der engen Zusammenarbeit mit allen Akteuren der Land- und Forstwirtschaft sowie des Naturschutzes. Die Wildregulierung betrifft alle Wildarten, Rot-, Sika-, Damwild, Rehwild, Schwarzwild, Niederwild und Raubwild. Die Übergroße Mehrzahl der Jäger führt diese Aufgabe erfolgreich und im Ehrenamt aus. Dies ist umso wichtiger für die Prävention von Tierseuchen und Krankheiten. Die Afrikanische Schweinepest möchte ich hier als gefährliches Beispiel nennen. Um die Natur des Waldes zu schützen, werden von Jägern in ihrer Freizeit Wildäsungsflächen und Biotope angelegt, die unter anderem auch dem Niederwild, Vögeln und Insekten gute Lebensmöglichkeiten bieten. In Notzeiten versorgen die Jäger das Wild mit gezielten Fütterungen um es vor dem Verhungern zu schützen. Die Jagd erfolgt regel konform nach Jagdgesetz und weidgerecht.

Ein Wolf kann nicht weidgerecht jagen. Er tötet wahllos ohne Rücksicht darauf, ob es sich um ein Wildtier handelt, dass gerade Nachwuchs hat oder eine Gruppe von Tieren führt. Die Erfahrungen zeigen, dass er auch für Nutztiere und Haustiere wie Hund und Katze eine Gefahr darstellt. Während des Tötungsaktes eines Wolfes leiden die Opfer qualvoll. Zahlreiche Beispiele von Schafs- oder Rehrissen bezeugen dies dramatisch. Dies kann nicht das Ziel des Natur- und Artenschutzes sein. Der Wolf muss wie jedes andere Wildtier auch den Respekt vor den Menschen bekommen. Nur so ist ein gefahrloses Miteinander zwischen Wolf und Mensch auch in Zukunft möglich.

Die Lösung dieser Problematik sehe ich in der Aufnahme des Wolfes als jagdbares Wild in das Landesjagdgesetz in allen Bundesländern ohne ganzjährige Schonung. Verantwortungsvolle Abschussplanung wie bei Rotwild seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert, ermöglicht eine dauerhafte stabile Population des Wolfes ohne unnötige starke Nachteile für Andere , Mensch wie Tier.

Mein Dank gilt hier allen haupt- und ehrenamtlichen Akteuren, die sich verantwortungsvoll für die Natur und insbesondere das Wild mit Weitblick einsetzen.

Eckhard Schöbel

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